Dr. Heinrich Lahmann ist die wohl bekannteste Person vom Weißen Hirsch. Geboren wurde er am 30.03.1860 in Bremen als Sohn einer Kaufmannsfamilie. Er besuchte das Realgymnasiums mit durchschnittlichem Erfolg, studierte Bauingenieurwesen in Hannover, Philosophie in Greifswald und Leipzig und Medizin in Heidelberg, Promotion zum Dr. med. 1885. Niedergelassen als praktischer Arzt in Stuttgart begann er die Entwicklung der so genannten Reform-Baumwollunterwäsche.
Ab September 1887 war er Chefarzt an der “Von Zimmermannschen Heilanstalt” in Chemnitz.

Am 16.10.1887 pachtete und anschließend kaufte er das Fridabad in Weißer Hirsch. Das Fridabad wurde vom Baumeister Theodor Lehnert aus Loschwitz gebaut. Es gab darin, erstmalig für ein Bad, eine ärztliche Betreuung der Gäste, die vor allem aus der nahe gelegenen Stadt Dresden kamen.

Am 01.01.1888 eröffnete Lahmann das „Dr. Lahmann’s physiatrische Sanatorium“. Ebenfalls 1888 heiratete er Luise Haase, 6 Kinder gingen aus dieser Ehe hervor. Lahmann starb mit 45 Jahren am 01.06.1905 an einer Herzklappenentzündung. Sein Grab befindet sich in der Familiengruft auf dem Waldfriedhof Dresden Weißer Hirsch.

Dr. med. Heinrich Lahmann (1860 - 1905)

Unter Lahmanns Leitung entwickelte sich das Sanatorium zu einer weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Kureinrichtung. Im Mittelpunkt standen die um die Jahrhundertwende aufkommenden Naturheilverfahren, deshalb auch das Motto des Sanatoriums “Natura sanat - die Natur heilt”.Für den Ort und späteren Stadtteil Weißer Hirsch bedeutete der Erfolg des Sanatoriums die Voraussetzung für die Entwicklung von einer Sommerfrische zu einem Bad. Das drückte sich ab 1927 auch in der Ortsbezeichnung Dresden Bad Weißer Hirsch aus.

Noch heute zeugen viele Bauten und Einrichtungen von der außergewöhnlichen Geschichte: von einem Gut in den 1860er  zu einem weltbekannten Kurort in den 1920er Jahren.